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Die Geschichte von MySQL

Posted: Juni 3rd, 2010 | Author: admin | Filed under: Allgemein | Tags: , | No Comments »

MySQL [mai es kju el] ist ein SQL-Datenbankverwaltungssystem.

Die SQL-Datenbank-Engine MySQL wurde 1994 von dem Finnen Michael Monty Widenius als Weiterentwicklung einer selbstentwickelten ISAM-Engine zum Eigengebrauch für die schwedische Unternehmensberatung TcX AB, die er zusammen mit seinen schwedischen Kommilitonen David Axmark und Alan Larsson nach ihrem Studium an der technischen Universität Helsinki gegründet hatte, geschaffen.

Auf Drängen von David, der Ende der 80er Jahre Richard Stallman kennengelernt hatte und von dessen Ideen und Konzepten sehr beeindruckt war, wurde MySQL von Anfang an als FOSS-Lösung entwickelt. MySQL ist mit mehr als 6 Millionen Installationen und über 35.000 Downloads pro Tag das populärste Open-Source-Datenbankverwaltungssystem der Welt. Auch die Wikipedia bzw. die Mediawiki-Software beruht auf MySQL.

Heute wird MySQL von der Firma MySQL AB (AB schwedisch für Aktiengesellschaft) weiterentwickelt, die von den drei Gründern zusätzlich Anfang 2001 gegründet wurde, um mit Hilfe von Risikokapital den Anforderungen des Marktes besser begegnen zu können. Monty und David sind anschließend von der TcX AB zur MySQL AB gewechselt.

Von Anfang an hatten die beiden die Absicht, mit diesem Projekt auch Geld zu verdienen. Das Konzept Dual License wird von MySQL AB sehr offensiv vertreten und gilt als Modell für andere Open Source- Projekte wie beispielsweise Berkeley DB. Die Mitarbeiter von MySQL AB werden wie ganz normale Angestellte bezahlt und beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit ihren Hobbys. Das Produkt MySQL ist also kein Werk von Freiwilligen, sondern von professionellen Programmierern. Die Mitarbeiter sind über die

ganze Welt verstreut und kommunizieren per E-Mail, IRC, Telefon und zuweilen auch persönlich auf Firmentreffen oder Konferenzen. MySQL AB ist in diesem Sinne eine virtuelle Firma.

Im Mai 2003 übernahm MySQL die Datenbankaktivitäten von SAP. Die Datenbank SAP DB wurde in MaxDB umbenannt und wird nun als zweites Produkt von MySQL AB angeboten. MaxDB ist SAP/R3-zertifiziert. Beide Systeme, MySQL und MaxDB, werden wahlweise unter der GPL oder einer kommerziellen Lizenz angeboten.

Als Firma bietet MySQL AB weltweit umfassende Dienste an. Die GPL-Version kommt, wie üblich, ohne jede Garantie, während die kommerzielle Version mit umfassenden Garantien ausgestattet ist.

MySQL ist zunächst als Clone für mSQL entwickelt worden und deshalb zu diesem voll kompatibel. Die Maschine wurde sofort unter der Versionsnummer 3.21 veröffentlicht, um zu signalisieren, daß sie auf einem (von Monty entwickelten) Kern basiert, der schon eine sehr lange Geschichte hat. Sie war von Anfang an für große Datenmengen, hohe Verfügbarkeit, extreme Stabilität und sehr gute Performance ausgelegt.

Die Menge der Eigenschaften hingegen war zunächst beschränkt. So gab es nur wenige Tabellentypen und keine Transaktionen. Typischerweise werden neue Eigenschaften auf Wunsch der Anwender implementiert, die dadurch ein sehr großes Mitspracherecht haben.

Bereits mit der Version 3.23 verfügte MySQL über zwei Tabellentypen mit Transaktionen, wobei der eine (InnoDB) den Kriterien ACID genügt, was zum Beispiel zwar für Oracle, aber nicht für den Microsoft SQL-Server zutrifft und deshalb viele Anwender, die das Microsoft-System kennen, verwirrt hat (speziell consistent reads).

Alle Operationen, die allgemeine SQL-Eigenschaften betreffen, sind für alle Tabellentypen gleich, während die Eigenschaften der Tabellentypen aufgrund der unterschiedlichen Architektur sehr verschieden sein können. So besitzt der Typ MyISAM bereits seit der frühen Version 3.23 eine sehr leistungsfähige Volltext- Suche, die beim Typ InnoDB (noch) nicht implementiert ist.

MaxDB hat eine sehr lange Geschichte. Als Adabas wurde sie von der Software AG an die SAP AG verkauft und dort in SAP DB umbenannt. SAP wollte damit ein Gegengewicht zu Oracle und Microsoft schaffen. MaxDB ist eine Software, die so gut wie alle heute bekannten Möglichkeiten von relationalen Datenbanksystemen verwirklicht.

Am 7. Oktober 2005 verkündete Oracle den Kauf von Innobase Oy (Oy = finnisch für Aktiengesellschaft), der Firma, die die Low-Level-Engine InnoDB entwickelt hat. Im Jahr 2006 werden die Verträge von Innobase Oy und MySQL AB neu verhandelt. Oracle hat angekündigt, die Verträge verlängern zu wollen. Die Erwerbung wird mit einem verstärkten Engagement im Open Source-Bereich begründet.



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